Epic Brenizer Portrait

Für dieses Porträt habe ich mich von Sam Hurds Serie Epic Portraits inspirieren lassen, genauer gesagt von der Aufnahme von George Clooney.

Hurd benutzt als Hauptlichtquelle ein Snoot und als Backlight einen großen Schirmreflektor. Klassischerweise würde man das ja eher umgekehrt machen und mit dem Schirm das Gesicht schön weich ausleuchten und den Snoot als Rimlight benutzen. Gerade die Umkehrung macht das Porträt aber erst interessant. Verstärkt wird die Wirkung noch durch die geringe Schärfentiefe, die mit dem Nikon 50mm f/1.2 und der Brenizer Methode erzeugt wird.

Mit dieser Idee ging ich also mit Nils ins Studio und habe dann letztlich doch alles ganz anders gemacht.

Zunächst mal habe ich kein 50mm f/1.2, sondern ’nur‘ ein 50mm  f/1.8. Auch hatte ich keinen Schirm, so dass ich mit einem Beauty Dish vorliebnehmen musste. Mit den ersten Ergebnissen war ich dann nicht ganz zufrieden. Das Licht passte irgendwie nicht zum Gesicht, zu hart, zu dunkel und auch der recht dunkle Hintergrund wollte nicht zu dem jungen Gesicht passen.

Also habe ich erst mal ein paar ’normale‘ Portraits und Ganzkörperaufnahmen mit dem Beauty Dish von schräg oben gemacht. Dann habe ich noch eine Stripbox von schräg hinten dazugenommen, um Nils etwas vom Hintergrund abzuheben. Das gefiel mir dann ganz gut und ich startete einen neuen Epic‐Brenizer‐Portrait‐Versuch. Den Beauty Dish ließ ich in etwa in gleicher Position, die Leistung stellte ich auf die niedrigste Stufe, um mit f/1.8 fotografieren zu können, die Stripbox rückte von hinten etwas mehr zur Seite. Das Licht stimmte, jetzt musste nur noch die Brenizer Methode funktionieren. Ich schoss also immer drei Hochformate direkt nacheinander, zuerst das Gesicht, dann etwas nach links und dann etwas nach rechts. Das wiederholte ich etwa 10 mal, um auf Nummer sicher zu gehen. Das Zusammenfügen der Einzelbilder geschieht dann am Rechner und das funktioniert ziemlich gut, wenn man die Einzelbilder ausreichend überlappen lässt. Ansonsten habe ich da recht wenig bearbeitet.

Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden, ein 50mm f/1.2 wäre aber schon cool.